Lungenkranke, die sich auf eine Kreuzfahrt begeben, sollten sich vor den Abgasen des Schiffes in Acht nehmen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS) in Hannover. „Abgase aus Schiffsmotoren weisen hohe Ruß- und Stickoxidanteile auf, die für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen einen zusätzlichen Reiz darstellen, der heftige Entzündungsreaktionen in ihren ohnehin schon chronisch entzündeten Bronchien bewirken und insofern gefährlich werden kann“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Wenn Asthmatiker und COPD-Patienten das hochkonzentrierte Schwefeldioxid, das hin und wieder in Stößen vom Schiff abgegeben wird, direkt einatmen, kann dies eine gravierende Verschlechterung ihres Gesundheitszustands (man spricht dann von einer Exazerbation) herbeiführen.“
Optimale, medikamentöse Einstellung vor Reiseantritt sicherstellenPatienten mit chronischen Lungenerkrankungen sollten also besser vor Antritt einer Schiffsreise ihren Lungenarzt konsultieren, um sicherzustellen, dass sie medikamentös optimal eingestellt sind. „Insbesondere Patienten, die ihre Medikamente vor allem im Urlaub nicht regelmäßig wie verordnet einnehmen, sind gefährdet“, erläutert Morr. „Erst im Jahr 2012 werden die Kreuzfahrtschiffe ihren Schwefelausstoß reduzieren müssen. Bis dahin gilt es an Bord und speziell an Deck Aufenthaltsorte zu wählen, die möglichst gut vor den Abgasen der Schiffsmotoren geschützt sind, wobei natürlich stets die jeweilige Windrichtung zu beachten ist. Ansonsten sind Seereisen auch weiterhin sehr empfehlenswert, da das Einatmen der in der Luft enthaltenen, mit Salz angereicherten Meerwassertröpfchen (Aerosole) zu einer stärkeren Anfeuchtung der Atemwegsschleimhaut beiträgt - und damit auch zu einer Verbesserung der Infektabwehr und Verringerung der Atemwegsbeschwerden.“